Ermittlung gesellschaftlicher Bewertungen von Brandereignissen anhand des Schadensausmaßes
24.03.2026, Abschlussarbeiten, Bachelor- und Masterarbeiten
Der Brandschutz ist technisch und rechtlich durch Schutzziele und Normen definiert. Kommt es dennoch zu Brandereignissen, spielt Wahrnehmung durch die Bevölkerung eine Maßgebende Rolle. Dabei rücken gesellschaftliche Akzeptanz und Risikotoleranz in den Vordergrund.
Kontext – Relevanz
Der Brandschutz ist technisch und rechtlich durch Schutzziele und Normen definiert. Kommt es dennoch zu Brandereignissen, spielt Wahrnehmung durch die Bevölkerung eine Maßgebende Rolle. Dabei rücken gesellschaftliche Akzeptanz und Risikotoleranz in den Vordergrund: Was gilt als „noch akzeptabel“, und ab welchem Schadensausmaß wird ein Ereignis als „nicht hinnehmbar“ bewertet?
Diese Akzeptanz kann in Abhängigkeit vom Erfahrungshintergrund und der emotionalen Betroffenheit deutlich variieren, etwa zwischen Angehörigen von Feuerwehr und Katastrophenschutz sowie der Durchschnittsbevölkerung. Zudem stellt sich die Frage, ob die gesellschaftliche Bewertung nicht allein von der Anzahl der Todesopfer, Verletzten und Geretteten abhängt, sondern auch davon, ob betroffene Personen sich selbst retten konnten oder durch die Feuerwehr gerettet wurden.
Erkenntnisinteresse – Zieldefinition
Ziel der Arbeit ist es, Begriffe wie „viele“ oder „wenige“ Tote, Verletzte und Gerettete im Kontext von Brandereignissen quantitativ zu konkretisieren und daraus gesellschaftlich akzeptierte Schwellenwerte für das Schadensausmaß abzuleiten. Dabei wird untersucht, ob sich die gesellschaftliche Wahrnehmung und Sensitivität dieser Begriffe zwischen unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen (Katastrophenschutz/ Feuerwehr, Ingenieurwesen, Allgemeinbevölkerung) unterscheidet oder ob robuste, gruppenüber-greifende Akzeptanzmuster bestehen. Zusätzlich sollen Aspekte analysiert werden, wie etwa inwieweit die Art der Rettung – Selbstrettung versus Rettung durch die Feuerwehr – die gesellschaftliche Bewertung beeinflusst.
Methodik – Arbeitspakete
1. Entwicklung eines wissenschaftlichen Fragebogens
Szenarienbasierte Variation von Opferzahlen und Rettungsart zur quantitativen Konkretisierung der Begriffe „viele“ und „wenige“ sowie zur Identifikation typischer Akzeptanzmuster.
2. Durchführung einer Bevölkerungsumfrage
Erhebung der Bewertungen in unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen (Katastrophenschutz/Feuerwehr, Ingenieurwesen, Allgemeinbevölkerung) unter Anwendung eines einheitlichen und anonymen Umfrageformats.
3. Statistische Auswertung und Schwellenwertanalyse
Quantitative Analyse der Ergebnisse zur Identifikation gesellschaftlich akzeptierter Schwellenwerte, zum Vergleich der Sensitivität zwischen Bevölkerungsgruppen sowie zur Bewertung des Einflusses der Rettungsart auf die Akzeptanz.
Voraussetzungen – Anforderungsprofil
Notwendig sind hohe Eigeninitiative, Kreativität, Selbstständigkeit und Spaß an wissenschaftlicher Arbeit.
Erkenntnisgewinn für den Studierenden
Der Studierende gewinnt ein fundiertes Verständnis dafür, wie gesellschaftliche Akzeptanz von Brandereignissen anhand quantitativer Schwellenwerte, Wahrnehmungsmuster und Gruppenunterschiede empirisch erfasst und bewertet werden kann.
Betreuung – Beginn
Ab Beginn SS 26
Kontakt: florian.rattelmueller@tum.de
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